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Große Fehler bestimmen kleines Derby

Nach der Niederlage in der Europa League stand für Benfica am Montagabend die nächste Prüfung in der Liga NOS an. Seit dem Sieg im „Clássico“ letzten Samstag beim FC Porto stehen die Adler wieder an der Tabellenspitze. Die galt es mit einem Heimsieg im „kleinen“ Stadtderby gegen Belenenses zu verteidigen.

Der Gegner aus dem geschichtsträchtigen Stadtteil Belém - hier wurde einst auch Benfica gegründet - trat die kurze Fahrt ins Estádio da Luz mit großen Sorgen an. Seit Jahren tobt um den Klub ein Kampf, der eigentlich besser in den Wirtschaftsteil als auf die Sportseiten einer Zeitung passt.

Tatsächlich gibt es Belenenses in dieser Saison gleich zweimal, nachdem sich im letzten Sommer die Fußball-AG vom Stammverein abgespalten hat. Ein Lehrstück, welche Konsequenzen der Einstieg eines Investors bei einem Klub mit sich bringen kann. In der Oktober-Ausgabe des Fußballmagazins ballesterer habe ich die Hintergründe ausführlich beschrieben. Erst in der vergangenen Woche hat ein Gericht der Fußball-AG (SAD) untersagt, weiterhin Symbole wie das Vereinswappen zu nutzen. So trat die Belenenses SAD bei Benfica erstmals mit einem neuen Emblem auf der Trikotbrust an.

Ganz andere Sorgen plagten unterdessen Benfica-Coach Bruno Lage. Kaum hatten die Adler in Zagreb die erste schwache Leistung unter seinem Kommando gezeigt, hagelte es von allen Seiten Kritik. Für den verletzten Angreifer Seferović stand Jonas erstmals seit Anfang Januar wieder in der Startformation.

Beide Mannschaften begannen die Partie ausgesprochen offensiv. Rafa bot sich bereits nach 180 Sekunde die erste Chance für Benfica, doch auch der Tabellensiebte aus Belém tauchte in den ersten zehn Minuten gleich dreimal gefährlich im Strafraum der Gastgeber auf. Benfica war danach spielbestimmend, ohne aber zu großen Chancen gegen einen bestens organisierten Gegner zu kommen, der im bisherigen Saisonverlauf die Hälfte aller Begegnungen ohne Gegentor überstanden hat. Neun Schüsse feuerten die Adler im ersten Durchgang in Richtung Gästetor, doch keiner davon zwang Keeper Muriel - den älteren Bruder von Liverpools Alisson Becker - zu einer Parade.

Das sollte sich nach der Halbzeitpause ändern. 56 Minuten waren gespielt, als Jonas - von dem bis dato kaum etwas zu sehen war - eine hohe Flanke von André Almeida in den Strafraum zum Führungstreffer verwertete. Nur sieben Minuten später landete ein Distanzschuss von Samaris aus gut 20 Metern Entfernung im Netz der Gäste.

Damit war die Aufgabe eigentlich größtenteils gelöst, doch binnen drei Minuten gaben die Adler den Vorsprung durch zwei krasse individuelle Fehler wieder aus der Hand. Zunächst verschätzte sich Torhüter Odysseas bei einem Freistoß aus rund 30 Metern Entfernung, und liess einen an sich völlig harmlosen Schuss passieren. Zwei Minuten darauf verschenkte Innenverteidiger Rúben Dias auf der rechten Seite den Ball. Kikas nahm das Geschenk dankend an und traf zum Ausgleich.