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Eine Woche mit Benfica

Leider hat hier in den letzten zehn Tagen Funkstille geherrscht, obwohl Benfica in dieser Zeit zweimal gespielt hat. Schuld daran waren - wie könnte es anders sein - die Adler aus Lissabon. Am Dienstag vergangener Woche bin ich mit meiner Frau in die portugiesische Hauptstadt geflogen, um Benfica gegen Eintracht Frankfurt und Vitória Setúbal zu sehen.


Das Medieninteresse vor der Begegnung in der Europa League war gewaltig, sowohl in Deutschland als auch in Portugal. Schon in der Woche nach der Auslosung hatte mich das hr-Fernsehen in die Sendung „Heimspiel!“ eingeladen und zum kommenden Gegner der Eintracht befragt. Auch meine Heimatzeitung Offenbach-Post war interessiert und berichtete ziemlich ausführlich. In Lissabon durfte ich dem Hessischen Rundfunk dann noch mehrere Radiointerviews geben. So viel Interesse an Benfica hat es in Deutschland wohl schon lange nicht mehr gegeben.


In Portugal brachte die Sportzeitung Record gleich eine Doppelseite über den Deutschen, der Mitglied von Benfica ist. Das Museu Cosme Damião hat ein nettes Video mit mir gedreht, am Spieltag selbst war ich Gast in der Sendung „Em Linha“ von Benficas Fernsehstation BTV. Bei all dem Trubel bin ich schlicht nicht mehr dazu gekommen, hier im Blog etwas zu Papier zu bringen.


Vor der Partie in der Europa League war der Optimismus unter den Fans der Eintracht, die mit uns an den Westrand von Europa gekommen waren, fast grenzenlos. Ein Sieg im Estádio da Luz war für die meisten ausgemachte Sache, derweil bei den Benfiquistas der Respekt vor dem international ziemlich unbekannten, aber dennoch starken Gegner überwog.


Während an der „Megabar“ vor dem Stadion noch Prognosen erstellt wurden, überraschte Trainer Bruno Lage mit seiner Aufstellung, die sich wie ein Lauffeuer verbreitete. Gegenüber der Startelf im letzten Ligaspiel wechselte er wieder auf sieben Positionen. Ohne Mittelstürmer wollte Lage die Sache angehen, in der Offensive standen Rafa und João Félix, Seferovic saß nur auf der Bank. Eine Maßnahme, die unter den Fans für Entsetzen sorgte, die sich im Spielverlauf aber als goldrichtig erwies. Denn die beiden schnellen Spitzen mischten die Abwehr der Hessen munter auf.


Die knapp 55.000 Zuschauer im Estádio da Luz bekamen einen mitreißenden Europapokal-Abend geboten, beide Teams suchten ihr Heil von Beginn an im Angriff. Nach 20 Minuten stieß der Frankfurter Abwehrspieler Ndicka Gedson im Strafraum um und wurde dafür vom Platz gestellt. João Félix verwandelte den Strafstoß sicher zum Führungstreffer. Kurz vor dem Pausenpfiff überschlugen sich dann die Ereignisse. Zunächst glich mit Jovic ein Spieler aus, der offiziell noch immer auf der Gehaltsliste von Benfica steht. Doch nur drei Minuten später brachte João Félix den portugiesischen Rekordmeister wieder in Führung.


Ebenso stürmisch wie der erste Durchgang geendet hatte, ging es nach der Pause weiter. Binnen vier Minuten stellten Rúben Dias und erneut João Félix das Ergebnis auf 4:1. Die Eintracht hing jetzt in den Seilen und Benfica muss sich trotz einer ansonsten überzeugenden Vorstellung den Vorwurf gefallen lassen, den Sack in dieser Spielphase nicht zugemacht zu haben. Der eingewechselte Seferovic vergab zwei Großchancen zum 5:1, allmählich nahmen die Adler den Fuß vom Gaspedal.


Schließlich gelang ausgerechnet dem kurz zuvor ins Spiel gekommenen Paciência der Anschlusstreffer zum 4:2, der den Frankfurtern für das Rückspiel einige Optionen lässt. So bleibt neben einem großen Fußballspiel ein bitterer Beigeschmack, weil der Sieg von Benfica deutlich höher hätte ausfallen können.


Drei Tage darauf erledigte Benfica die Pflichtaufgabe im Kampf um die portugiesische Meisterschaft ziemlich souverän. Gegen den Tabellenzwölften Vitória Setúbal wiederholten die Adler das Ergebnis vom Donnerstag. João Félix, dessen Name spätestens nach seinem Galaauftritt gegen Frankfurt auch in Europa in aller Munde ist, traf dabei „nur“ einmal.


An der Tabellenspitze bleibt damit alles beim alten, Benfica führt vor dem punktgleichen FC Porto. Doch bevor Benfica zum nächsten Meisterschaftsendspiel am kommenden Montagabend Marítimo Madeira empfängt, kommt es zum Showdown in der Commerzbank-Arena in Frankfurt.


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SL Benfica - Eintracht Frankfurt 4:2

Europa League, Viertelfinale Hinspiel

Donnerstag, 11. April 2019, 20 Uhr

Estádio da Luz, 54.175 Zuschauer


Mannschaftsaufstellung: Odysseas, Corchia (66. Pizzi), Rúben Dias, Jardel, Grimaldo, Fejsa, Samaris (85. Zivkovic), Rafa (60. Seferovic), Gedson, Cervi, João Félix


Torschützen: 1:0 João Félix (21. FE), 1:1 Jovic (40.), 2:1 João Félix (43.), 3:1 Rúben Dias (50.), 4:1 João Félix (54.), 4:2 Paciência (72.)


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SL Benfica - Vitória Setúbal 4:2

Liga NOS, 29. Spieltag

Sonntag, 14. April 2019, 20 Uhr

Estádio da Luz, 56.463 Zuschauer


Mannschaftsaufstellung: Odysseas, André Almeida, Rúben Dias, Ferro, Grimaldo, Pizzi, Florentino, Samaris, Rafa (95. Jota), João Félix (80. Taarabt), Seferovic (89. Jonas)


Torschützen: 1:0 Rafa (1.), 2:0 Rafa (36.), 2:1 N. Valente (39.), 3:1 João Félix (56.), 4:1 Seferovic (78.), 4:2 Jhonder (87. FE)



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