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Benfica erneut spät auf Betriebstemperatur

Nachdem Benfica am vergangenen Sonntag die hohe Hürde beim SC Braga mit einem 4:1 am Ende souverän genommen hat, stand gestern mit dem Heimspiel gegen Portimonense eine vermeintliche Pflichtaufgabe auf dem Spielplan.


Dabei hatte der einzige Erstligist aus der Ferienregion Algarve den Adlern in der Hinrunde kräftig in die Meistersuppe gespuckt. Die Partie in Portimão am 2. Januar ging nach einer desaströsen Leistung und zwei Eigentoren der Innenverteidiger Rúben Dias und Jardel mit 2:0 verloren. Nur einen Tag später war die Ära von Trainer Rui Vitória zu Ende, an seiner Stelle übernahm Bruno Lage das Kommando.


Was dann folgte, hätten wohl selbst die kühnsten Optimisten so nicht zu träumen gewagt. Sieben Zähler betrug der Rückstand auf den FC Porto nach der Niederlage bei Portimonense, Benfica war auf Rang 4 abgerutscht. Doch mit Bruno Lage begann eine neue Zeitrechnung, unter seiner Leitung gewannen die Adler 15 von 16 Ligaspielen. Lediglich beim Unentschieden gegen Belenenses liessen sie Punkte liegen, gewannen dafür bei Sporting, in Porto sowie in Braga und verwandelten den bereits uneinholbar erscheinenden Rückstand in einen Zwei-Punkte-Vorsprung. Den galt es gestern im ausverkauften Estádio da Luz zu verteidigen.


Anders als erwartet übernahm jedoch nicht Benfica das Heft des Handelns. Zwar hatte der Rekordmeister durch Seferovic nach neun Minuten die erste Torchance der Begegnung, doch waren die Gäste im ersten Durchgang eindeutig die bessere Mannschaft und beeindruckten mit einer couragierten Vorstellung. Die Hausherren leisteten sich im Spielaufbau Fehler um Fehler, die Nervosität der jungen Spieler wie Ferro oder Florentino war mit Händen greifbar.


Kurz nach dem Wiederanpfiff belohnten sich die Gäste für ihren starken Auftritt. Nach einem Steilpass erzielte Tabata in der 53. Minute den Führungstreffer. Wie in der Vorwoche in Braga musste Benfica offensichtlich erst in Rückstand geraten, um auf Touren zu kommen. Die Adler spielten auf einmal wie verwandelt, gingen aggressiver in die Zweikämpfe und setzten Portimonense jetzt gewaltig unter Druck. Mit einem Doppelschlag von Rafa drehten sie binnen drei Minuten das Ergebnis und liessen im Anschluss kaum noch einen Zweifel aufkommen, wer an diesem Abend den Rasen als Sieger verlassen würde.


In den Schlussminuten brach Portimonense dann im vor Begeisterung überkochenden Estádio da Luz auseinander. Zweimal Seferovic und der eingewechselte Altmeister Jonas sorgten für den Endstand von 5:1, mit dem die lange Zeit bemerkenswert auftretenden Gäste fast schon über Gebühr bestraft wurden.


Benfica verteidigt mit diesem Kantersieg nicht nur die Tabellenspitze, die Adler nähern sich auch scheinbar unaufhaltsam der historischen Hundert-Tore-Marke, die zuletzt 1972/73 unter Trainer Jimmy Hagan mit 101 Toren geknackt wurde. Satte 96 Tore haben die Spieler des Rekordmeisters bereits erzielt, zwei Ligaspiele stehen noch aus. Zum Vergleich: Der FC Porto traf in dieser Spielzeit bislang 68 Mal.


Weiter geht es am kommenden Sonntagabend um 21 Uhr deutscher Zeit mit dem letzten Auswärtsspiel der Saison bei Rio Ave. Beim Tabellensiebten in Nordportugal erwartet Benfica wieder eine schwere Aufgabe, doch die Mannschaft scheint gut gerüstet. Vier Zähler aus den letzten zwei Begegnungen würden zum 37. Meistertitel reichen.


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SL Benfica - Portimonense SC 5:1

Liga NOS, 32. Spieltag

Samstag, 4. Mai 2019, 19 Uhr

Estádio da Luz, 60.677 Zuschauer


Mannschaftsaufstellung: Odysseas, André Almeida, Jardel, Ferro, Grimaldo, Pizzi (90. Fejsa), Florentino, Samaris (61. Jonas), Rafa, João Félix (79. Gedson), Seferovic


Torschützen: 0:1 Tabata (53.), 1:1 Rafa (62.), 2:1 Rafa (65.), 3:1 Seferovic (84.), 4:1 Seferovic (88.), 5:1 Jonas (90.+2)

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