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Sporting Lissabon - SL Benfica 0:2

Unter der Woche hatte Benfica einige Mühe, sich im Viertelfinale des portugiesischen Pokals mit 3:2 gegen Rio Ave durchzusetzen. Zweimal gingen die Gäste in Führung, ehe Haris Seferovic die Partie mit seinen beiden Treffern zugunsten der Adler entschied. Mitten im Winter ein zweiter Frühling des Mittelstürmers aus der Schweiz, der in dieser Saison bis dahin in 24 Spielen erst viermal getroffen hatte. Im Halbfinale - das in Portugal mit Hin- und Rückspiel ausgetragen wird - trifft Benfica jetzt im kommenden Monat auf den bärenstarken Aufsteiger FC Famalicão.


Doch zunächst einmal drehte sich in Lissabon - und eigentlich in ganz Portugal - alles um das Derby in der Hauptstadt. Ein Spiel, das für Sporting von begrenzter sportlicher Bedeutung war, schließlich betrugt der Rückstand auf Benfica vor dem Ende der Hinrunde bereits unglaubliche 16 Zähler. Mit dem Titelrennen hat Sporting auch in diesem Jahr wieder nichts zu tun, da will man wenigstens dem großen Nachbarn in die Meistersuppe spucken. Bei einem Erfolg von Sporting am Freitagabend könnte der FC Porto - einen Sieg über Braga vorausgesetzt - bis auf einen Punkt an den Rekordmeister heranrücken, so die Rechnung von allen, die es nicht mit Benfica halten.



Doch den ersten Paukenschlag des Abends gab es schon vor dem Anpfiff im nicht ausverkauften Estádio José Alvalade. Der inzwischen vom langjährigen Benfica-Profi Ruben Amorim trainierte SC Braga gewann doch ziemlich überraschend mit 2:1 beim FC Porto und verschaffte den Adlern damit eine grandiose Ausgangsposition.


Im ersten Durchgang hatte Benfica über weite Strecken mehr vom Spiel, doch spätestens an der gegnerischen Strafraumgrenze fehlte die letzte Entschlossenheit und vielleicht auch die eine oder andere zündende Idee. Sporting kam zu den besseren Torchancen, das Unentschieden zur Pause war somit trotz der optischen Überlegenheit der Gäste gerecht.


Die zweite Hälfte begann mit viel Getöse auf den Rängen. Wahrscheinlich die von Sporting aus dem Stadion verbannten Ultragruppierungen nahmen als Zeichen ihres Protests gegen die Vereinsführung wieder einmal den Strafraum des eigenen (!) Torhüters unter Pyro-Beschuss. Minutenlang rauchte und knallte es gewaltig. Als das Spiel fortgesetzt werden konnten, drehten zunächst die Hausherren mächtig auf. Doch Benfica überstand diese Sturmphase unbeschadet und übernahm allmählich wieder das Kommando.